Nachdem wir auch diesen Winter extrem oft krank waren, hat es mich nun komplett entschärft. Die kleine Rakete hat brüderlich geteilt und mir etwas von seinem grippalen Infekt abgegeben. Das Resultat waren Fieber, Gliederschmerzen und eine Mama, die nicht mehr wirklich aus dem Bett aufstehen konnte. Das hätte wirklich schlimm sein können, wenn da nicht auch noch ein Papa gewesen wäre, der in den letzten beiden Wochen zusätzlich Pfleger, Wärmflaschenbefüller, Teekocher, Fiebermesser, Tablettenreicher, Kopfstreichler und tollster Mann der Welt war. Wenn Mama krank ist, muss sie loslassen und die Kontrolle abgeben. Das ist nicht immer leicht, hat dieses Mal aber erstaunlich gut geklappt.

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Schlechtes Timing

Mittlerweile wissen wir, dass die Infekte der kleinen Rakete wenig später immer auch zu unseren werden. Schon als ich vor drei Wochen mit meiner kleinen fiebernden Rakete kuschelnd im Bett lag und er mir immer wieder direkt ins Gesicht gehustet hat, ahnte ich, dass der Schlafmangel und der stetige Beschuss mit Viren und/oder Bakterien dafür sorgen würde, dass auch ich wieder krank werde. Am Sonntag vor meinem ersten Arbeitstag im neuen Job merkte ich dann auch schon, dass da etwas im Anmarsch ist. Trotzdem schleppte ich mich zwei Tage zur Arbeit, um dann feststellen zu müssen, dass ich Fieber und eine ganze Liste anderer Symptome mein Eigen nennen konnte.

Also musste ich mich krankmelden. Aufstehen konnte ich nämlich nicht mehr wirklich. Mich um die kleine Rakete kümmern erst recht nicht. Und natürlich hat auch Murphy zugeschlagen und dafür gesorgt, dass die Omas ausgerechnet jetzt im Urlaub oder zur Kur waren. Deshalb hat der Raketenpapa nicht lange gezögert und seine überaus wichtige Geschäftsreise abgesagt, um unser kränkelndes Kind und mich zu versorgen und gesund zu pflegen. Für Krankheiten gibt es sicherlich nie den richtigen Zeitpunkt. Dieser hier hätte allerdings nicht schlechter sein können.

Kontrollverlust

Für mich ist es immer recht schwierig feststellen zu müssen, dass einfach gar nichts mehr geht. Ich bin ein kleiner Kontrollfreak, der zudem auch noch ordentlich perfektionistisch ist und sich grundsätzlich zu viele Punkte auf die To-do-Liste setzt. Mich nicht mehr um die kleine Rakete kümmern zu können und ans Bett gefesselt zu sein macht mich verrückt. Dieses Mal hatte ich allerdings keine andere Wahl. Ich musste die komplette Kontrolle an meinen Freund abgegeben. Und wisst ihr was? Er hat einen verdammt guten Job gemacht und einige Sachen sind ihm sogar viel besser gelungen als mir.

Wenn ich die kleine, kranke Rakete zu Hause betreue, ertrinken wir beispielsweise spätestens am dritten Tag im Chaos. Mein kränkelndes Kind, der Haushalt und ich wollen einfach nicht unter einen Hut passen. Das gelingt dem Raketenpapa wirklich viel, viel besser und ich weiß immer noch nicht, wie er das schafft. Grundsätzlich ist er viel gelassener als ich und macht Dinge auf seine Art und Weise. Und das ist richtig gut so. Das musste ich allerdings auch erst lernen.

Viele Wege führen zum Kind

Als die kleine Rakete noch ganz frisch auf dieser Welt war, habe ich es dem Raketenpapa manchmal ganz schön schwer gemacht. Ich hatte immer eine bestimmte Idee davon, wie Sachen erledigt werden müssen, die unser Kind betrafen und habe seine Ideen nicht wirklich zugelassen. Mein Mutterinstinkt hat seinen Vaterinstinkt jeweils geschlagen und das tut mir im Nachhinein sehr leid.

Heute weiß ich, dass auch bei Kindern viele Wege nach Rom führen. Wir haben beispielsweise grundsätzlich verschiedene Ansichten darüber wie dick oder dünn unser Kind angezogen sein sollte. Die kleine Rakete ist dennoch bisher weder erfroren, noch hatte er einen Hitzeschlag. Heute versuche ich mir jedenfalls auf die Zunge zu beißen, wenn der Raketenpapa etwas anders macht als ich. Das gelingt noch lange nicht immer, aber es wird besser.

Glück im Glück

In solchen Ausnahmesituationen, wie den vergangenen beiden Wochen, werde ich immer wieder daran erinnert, dass der Raketenpapa hier einen richtig tollen Job macht. Ich weiß, dass es noch immer nicht gewöhnlich ist, dass Väter sich wirklich in alle Facetten der Kindererziehung einbringen. Die kleine Rakete und ich haben das große Glück einen Papa zu Hause zu haben, der anfangs viel besser wickeln konnte als ich, mit uns beiden eine Engelsgeduld beweist, LEGO-Imperien baut, die gleiche Gute-Nacht-Geschichte zum tausendsten Mal vorliest, fangen spielt, rumtobt, kuschelt, wenn wir es brauchen, und uns so oft zum Lachen bringt, dass ich aufgehört habe zu zählen. Und das alles passiert nicht nur wenn Mama krank ist. Es passiert jeden Tag und gerade weil er sich dieser tollen Eigenschaften gar nicht bewusst ist, macht es sie umso toller.

Wie der Vater, so der Sohn

Und wisst ihr, was das Tollste ist? Er lebt es unserem Sohn vor und das wird langsam immer ersichtlicher und trägt Früchte. So hat die kleine Rakete in regelmäßigen Abständen nach mir gesehen, als ich im Bett vegetierte. Er hat mir seine Lieblingsautos vorbeigebracht, damit mir nicht langweilig ist, hat mir eine Geschichte vorgelesen und immer wieder versucht mich zum Lachen zu bringen. Wenn er nur halb so toll wird wie sein Papa, wird später eine Frau oder auch ein Mann und vielleicht auch ein Kind sehr glücklich sein. Und das macht mich schon jetzt richtig stolz.

Eine blau-rote Rakete steigt nach rechts oben

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