Auch dieses Jahr haben wir den Valentinstag komplett vergessen. Das passiert uns zum Glück beiden ganz gerne und so kommen auch unser Jahrestag, Geburtstage oder Weihnachten manchmal recht plötzlich. Und das ist auch gar nicht schlimm, weil mit dir an meiner Seite irgendwie immer Valentinstag ist. Nur ohne Blumen natürlich. (Aber da hast du ja grundsätzlich ein bisschen Nachholbedarf.) Und weil uns momentan auch noch einige Kilometer trennen, konnte ich heute gar nicht anders, als ein bisschen sentimental zu werden, unsere Geschichte aufzuschreiben und dir ein paar virtuelle Worte zu widmen.

Prolog

Wer hätte gedacht, dass gerade wir beide einmal ein großes Ganzes werden? Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich mit meiner Freundin Ulli im Sommer 2008 zu einer Studentenparty gegangen bin und mich über den blonden Typen gewundert habe, der an diesem Abend ein ganz besonderes Talent entwickelt hat, mir auf den Keks zu gehen. Seit ich die Wohnung, in der die Party stattfand, betreten habe, hast du mich mit doofen Sprüchen bombardiert und ich habe natürlich jeden davon gekontert. Heute weiß ich, dass du mich damals unglaublich arrogant gefunden und mich deshalb zu deiner Zielscheibe gemacht hast. Ich hingegen fand dich einfach nur unglaublich nervig und ziemlich doof. Höflichkeiten suchte man bei uns genauso vergeblich, wie Sympathie.

Ein Jahr später

Weißt du noch, wie blöd wir beide es fanden, als wir knapp ein Jahr später wieder aufeinandergetroffen sind? Ich war damals mit den Gastgebern der ominösen Studentenparty und anderen Freunden in einer Studikneipe und staunte nicht schlecht, als auch du an diesem Abend dazu gestoßen bist. Wir hatten uns seit knapp einem Jahr nicht mehr gesehen und ich fand damals, dass es ruhig noch länger hätte dauern können. Du übrigens auch. Deshalb hast du dir genau den Platz an dem großen, runden Tisch gesucht, der am weitesten von mir entfernt war. Glücklicherweise verließen immer wieder die Leute die gesellige Runde, die genau zwischen uns gesessen haben. Also musstest du so lange aufrücken, bis wir direkt nebeneinandersaßen. Und schon ging es wieder los. Ein Spruch jagte den anderen, bis ich ein Machtwort gesprochen habe. Also einigten wir uns darauf uns wie die Erwachsenen zu benehmen, die wir noch gar nicht waren. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich mich plötzlich in richtig guten Gesprächen mit dir wiedergefunden habe. Und meine Güte hast du gut gerochen!

Ich weiß heute noch, wie traurig ich war, als der Abend sich dem Ende neigte. Und ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie überrascht ich darüber war. Dieser blonde Typ, der doch eigentlich so gar nicht mein Typ war, hat es nämlich an diesem Abend irgendwie geschafft hinter meine Mauern zu steigen und den ersten zaghaften Schritt Richtung meines Herzens zu setzen. Deshalb war es umso blöder, dass wir keine Nummern ausgetauscht hatten und ich keine Ahnung hatte, wann genau ich dich überhaupt wiedersehen würde.

Vom Suchen und Finden

Ich bin an diesem Abend mit Schmetterlingen im Bauch nach Hause gefahren und wusste irgendwie, dass auch du irgendetwas davon gespürt haben musst. Und ich habe mir vorgenommen genau das herauszufinden. Weil ich meine Gefühle noch nicht hochoffiziell verkünden wollte, habe ich natürlich keinen unserer gemeinsamen Freunde nach deiner Telefonnummer gefragt. Ich habe dich lieber in allen möglichen Freundeslisten gesucht und letztendlich auf MySpace gefunden. Also schickte ich die hundertste Fassung eines kurzen und wie ich fand lustigen Textes in den Webspace und wartete auf deine Antwort. Und wartete. Und wartete. Als du meine Nachricht nach sieben Tagen weder gelesen, noch beantwortet hattest, habe ich die Plattform gewechselt.

Jetzt schrieb ich dir auf StudiVz und siehe da, ich bekam noch am selben Tag meine langersehnte Antwort. Also schrieben wir uns tagelang lange Nachrichten, später viele SMS und telefonierten stundenlang. Schon damals fühlte ich mich und meine Gedanken bei dir gut aufgehoben.

Schnell war klar, dass wir uns unbedingt treffen müssen. Das war allerdings gar nicht so einfach, weil uns einige Kilometer trennten. Immerhin studierte ich in Erfurt, während du in München gelebt hast. Und trotzdem hast du dich kurzerhand in den Zug gesetzt und am Bahnhof mit einer Margerite in der Hand auf mich gewartet. Damit hattest du dir auch den Kuss verdient, den ich dir wenig später gegeben habe.

Weißt du noch, wie wir uns noch am selben Abend mit unseren gemeinsamen Freunden getroffen haben und auf dem Heimweg durch jede Pfütze gesprungen sind, die wir finden konnten, und unendlich viel gelacht haben? Da ahnte ich bereits, dass du vielleicht dieser ominöse Richtige sein könntest.

Von Zweifeln und Unsicherheiten

Du hingegen hattest erst eine Beziehung hinter dir und suchtest eigentlich Abstand zu Frauen und all den komplizierten Dingen, die sie gerne in die Leben der Männer bringen. Du hast gezweifelt, wolltest dich noch nicht festlegen und ich gab dir Zeit.

Weil ich der ungeduldigste Mensch der Welt bin, war das natürlich nicht allzu viel Zeit. Ich erinnere mich noch daran, wie du mich auf dem Handy angerufen hast, als ich gerade Bewerbungsbilder machen lassen habe. Du hast mich gefragt, ob ich spontan wäre. (War ich damals, wie auch heute nicht.) Natürlich habe ich ja gesagt und bin mit dir wenige Stunden später für ein paar Tage nach Berlin gefahren.

Schon am ersten Abend, habe ich dir die unromantische Pistole auf die Brust gesetzt und verlangt, dass du dich entweder gänzlich für mich oder komplett gegen mich entscheidest. Für ein Zwischending hatte ich viel zu viele Schmetterlinge im Bauch. Du hattest die glücklicherweise auch längst verschluckt. Seitdem waren wir ganz offiziell ein großes WIR und ein UNS.

Drei Worte und vier Wohnungen

Drei Monate nach diesem Abend schenkte ich dir zu Weihnachten das erste große Ich liebe dich. Weil ich diese Worte sehr lange nicht gesagt hatte, traute ich mich nicht sie laut auszusprechen. Also schrieb ich sie auf, verpackte sie liebevoll in einer Streichholzschachtel und gab sie in deine Hände. Heute sage ich sie dir fast jeden Tag und stelle immer wieder fest, dass diese wichtigen drei Worte gar nicht ausreichend beschreiben, was ich für dich empfinde.

Als wir knapp sechs Monate zusammen waren, nahm ich eine Praktikumstelle bei München an und zog zunächst mit in dein kleines WG-Zimmer. Ein halbes Jahr später zogen wir in unsere erste gemeinsame Wohnung. Ich liebe es mit dir zusammenzuleben. Wir haben bereits vier Wohnungen geteilt und im Grunde ist es mir noch immer egal, wo sich diese genau befinden. Wichtig war und ist immer nur, dass wir zusammen sind und uns berühren können, wenn wir einschlafen. Zu Hause ist immer da, wo du bist.

Licht und Schatten

Wer hätte gedacht, dass ich – die vermeintlich Starke – irgendwann gerettet werden müsse? Ein 60-Stunden-Job, Mobbing am Arbeitsplatz und ein kräftezehrendes berufsbegleitendes Studium forderten ihren Tribut, als wir knapp drei Jahre zusammen waren. Als ich die Diagnose Burn-Out, inklusive Depression, mit nach Hause brachte, hast du mich aufgefangen. Wir hatten eine so schwere Zeit, dass ich damals geglaubt habe, dass wir das nicht überstehen können. Aber so bist du nicht. Du gibst Menschen, die du liebt, nie auf. Du beschützt sie, hilfst ihnen auf und schenkst ihnen Sicherheit. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass du mich und meine kranke Seele damals gerettet hast. Du warst und bist mein Licht in der Dunkelheit und dafür werde ich dir immer dankbar sein.

Niemand kennt mich so gut, wie du. Du bist immer der erste Mensch, dem ich gute und schlechte Neuigkeiten erzählen möchte. Du bist mein bester Freund, mein Seelenverwandter, das Weiß zu meinem Schwarz, die eindeutig bessere Hälfte und der einzige Mann, den ich jemals an meiner Seite wissen will.

Das größte Geschenk

Im November 2014 hast du mir das größte Geschenk meines Lebens gemacht. Unser Sohn komplettiert uns auf eine Weise, die ich kaum in Worten beschreiben kann. Es macht mich unglaublich stolz, dass die kleine Rakete nicht nur dein Abbild ist, sondern auch viele deiner Eigenschaften teilt. (Leider stänkert er auch genauso gerne.)

Ich liebe es zu sehen, wie du als Vater wächst und mit wieviel Hingabe, Leidenschaft, Liebe, Humor und Feingefühl du das tust. Du bist genau der Papa, den ich mir früher für meine Kinder ausgemalt habe. Und auch wenn ich weiß, dass du all die Komplimente mit den Worten „Ich bin doch einfach nur normal.“ abtun wirst, versichere ich dir auch hier, dass das nicht stimmt. Du bist etwas ganz Besonderes und ich bin froh und stolz, dass du so gut an meine Seite passt. Ich lasse dich nämlich nicht mehr gehen.

Ich liebe dich.

Für immer.

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Eine blau-rote Rakete steigt nach rechts oben

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