Werbung | Affiliate Links | Der neue Trend heißt Body Positivity. Frauen und vor allem Mütter zeigen die Makel ihrer Körper und betrachten sie aus positiven Blickwinkeln, erzählen deren Geschichten und zeigen mit Stolz, dass sie mit ihren Körpern und allen kleinen und großen sowie vermeintlichen Makeln im Reinen sind. Da werden Schwangerschaftsstreifen zu Gemälden von Bauchbabys, Narben zu Erinnerungsstücken und krumme Nasen zu Familien-Erbstücken. Ich mag diesen Trend sehr, denn gerade das Unperfekte ist meist das Charmantere und Interessantere. Und dennoch kann ich mich gerade nicht mit meinen neuen und ganz eigenen Makeln abfinden.

Bauchgefühl

Ein großer Vorzug einer Schwangerschaft ist, wie ich finde, dass man den Bauch nicht länger einziehen muss. Gerade in den ersten Monaten habe ich mich sogar dabei ertappt, wie ich extra gerade lief, damit die Murmel gut sichtbar war. Ich war bei jeder Schwangerschaft stolz auf meinen Bauch, denn immerhin war er die Ein-Raum-Wohnung unseres neuen Familienmitglieds. Als ich mit der kleinen Rakete schwanger war, cremte und ölte ich meine beachtliche Kugel mehrmals am Tag, um Schwangerschaftsstreifen zu vermeiden. Am Tag der Geburt riss die Haut dann letztlich doch. Ich weiß noch, wie ich das im Spiegel zu Hause entdeckte und heiße Tränen weinte, weil mein kompletter Bauch mit knallroten Rissen übersät war. Mit dem Verblassen dieser Risse, verblasste aber auch mit der Zeit meine Trauer um den neuen und ungewollten Körperschmuck.

Heute kann ich euch gar nicht sagen, wie viel mehr die Haut riss, als ich mit der Minirakete schwanger war. Dieses Mal cremte ich den Bauch selten ein, da ich es einfach viel zu oft vergaß. Außerdem war das Kind ja mittlerweile eh schon in den Brunnen gefallen. Vor weiteren Rissen hatte ich also keine Angst mehr und im Grunde waren sie mir einfach sehr egal. Über die wahnsinnig langsame Rückbildung meines Bauches und die überflüssigen Pfunde, die dort Platz genommen hatten und scheinbar gekommen sind, um länger zu bleiben, ärgere ich mich viel mehr.

Wiege(n)zeit

Während kurz nach der Geburt noch vollkommen klar ist, dass der einstige Babybauch sich noch zurückbilden muss und natürlich auch noch ein paar Kilos mehr auf den Rippen zu finden sind, ist es nach knapp neun Monaten weniger gesellschaftlich akzeptiert noch nicht zurück in der alten Form zu sein. Und ich selbst habe auch meine Probleme damit. Erstens weigere ich mich stetig mir Kleidung in meiner jetzigen Größe zu kaufen, damit ich es erst gar nicht zu bequem habe, und zweitens werde ich in knapp zwei Monaten wieder arbeiten gehen. Spätestens dann muss ich wieder in meine alten Sachen passen. Ansonsten müsste ich auch dort die Stilloberteile tragen, von denen ich schon jetzt reichlich die Nase voll habe. Und das ist keine wirkliche Option. Also starte ich nach Ostern meine Ernährungsumstellung, streiche die Nervennahrung Schokolade von der Einkaufsliste und mache mehr Sport.

Es gilt Kilo zu verlieren und genau das möchte ich auf gesunde Art und Weise tun. Immerhin habe ich mittlerweile zwei Kinder, deren Vorbild ich bin. Also werde ich eine Mischung aus verschiedenen Programmen und Büchern wagen. Zuerst springe ich mit Vibono aus der Insulinschaukel, damit ich endlich von den Heißhungerattacken loskomme. Und danach werde ich uns mit einer Mischung aus den Vibono-Rezepten und denen der Weight Watchers satt bekommen. Abgerundet wird das Ganze durch die täglichen 10.000 Schritte, die meine Fitbit* zählen darf, einem wöchentlichen Pilates-Kurs mit Baby und der 90-Tage-Challenge von Mark Lauren*.

Brustfrust

Neben gerissener Haut und meinem derzeitigen Gewicht, gibt es natürlich noch andere Stellen an meinem Körper, die zwei Schwangerschaften und zwei Stillzeiten durchaus verändert haben. Die Minirakete hat sich vor wenigen Wochen selbst abgestillt und mittlerweile kann ich erahnen, was von meiner Oberweite geblieben ist und welche Form das Ganze hat. Dass ich den Bleistifttest nicht mehr bestehen werde, war mir natürlich vorher klar – wie wenig überhaupt noch an diesen Test zu denken sein würde, hat mich aber doch überrascht.

Meine Brüste sind die einer anderen. Zumindest sehen sie nicht aus wie meine und fühlen sich auch nicht so an. Damit werde ich mich arrangieren müssen und natürlich wird das irgendwann auch funktionieren. Heute aber finde ich das traurig und gebe mir diesen Raum. Ich werde mir neue Unterwäsche kaufen und schauen welcher BH am besten vertuschen kann, was nun wohl Normalität ist. Und irgendwann werde ich sicherlich in den Spiegel schauen und mich mit an den Anblick gewöhnen.

Auf dem Weg zur Body Positivity

Mein Körper ist nach zwei Kindern gerade einfach nicht mehr mein Körper. Ich bin stolz auf Alles, was er in den zwei Schwangerschaften, Geburten und Stillzeiten geleistet hat und kann mich dennoch (noch) nicht mit dem versöhnen, was momentan von ihm übriggeblieben ist. Er fühlt sich einfach fremd an. Also gilt es die Dinge anzupacken, die ich verändern kann. Und wenn das erst einmal geschafft ist, werde ich mich versuchen mit dem Anblick zu versöhnen, den mir der Spiegel von nun an offenbart. Ich nehme an, dass es sich damit so verhält, wie damals mit den Schwangerschaftssteifen. Irgendwann verblasst die Trauer und vielleicht spreche ich dann auch von Babygemälden und liebgewonnenen Erinnerungsstücken.

 

 

 

 

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Eine blau-rote Rakete steigt nach rechts oben

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